Niereninformationstag im LKH Villach am 11.03.2018

Der diesjährige Nieren-Informationstag war die bestbesuchte Veranstaltung, die wir bisher durchgeführt haben! Unser besonderer Dank gilt allen acht Referentinnen und Referenten die unentgeltlich an diesem Infotag ihr Wissen und ihre Zeit im Dienste der Nierenkranken zur Verfügung gestellt haben.
Ein herzliches Danke auch der KABEG. Nicht nur der Speisesaal des LKH Villach und die Parkmöglichkeiten wurde uns kostenfrei zur Verfügung gestellt, alle Gäste konnten auch ein ausgezeichnetes Mittagessen einnehmen.
Ein besonderer Dank gilt auch Herrn Thomasser vom LKH Villach. Er hat uns schon im Vorfeld bestens betreut und die Technik beim Infotag perfekt für uns abgestimmt.
Die hohe Teilnehmerzahl hat gezeigt, dass das Interesse an Informationen sehr groß ist. Unser- Nieren-Informationstag am Sonntag nach dem Weltnierentag ist mittlerweile schon zu einem fixen Bestandteil unseres Veranstaltungsprogrames geworden.
Nächstes Jahr wird der Nieren- Informationstag am Sonntag dem 17.3.2019 stattfinden. 

 

Prim.Univ. Prof. Dr Sabine Horn  (Med. Abteilung LKH Villach)
Nieren und Frauengesundheit

„Chronische Niereninsuffizienz betrifft weltweit etwa 195 Millionen Frauen und ist derzeit die 8. häufigste Todesursache bei Frauen mit fast 600.000 Todesfällen pro Jahr. In der Nephrologie gibt es wenig Untersuchungen dazu, einige Dinge sind aber bekannt“

* Frauen leiden häufiger unter chronischer Niereninsuffizienz
* Frauen verlieren langsamer an Nierenfunktion 
* Frauen sind seltener an Dialyse
*
Frauen leider häufiger unter chronischer Niereninsuffizienz
*
Frauen verlieren langsamer an Nierenfunktion
*
Frauen sind seltener an Dialyse
*
Frauen haben eine höhere Sterblichkeit an der Dialyse
*
Frauen an der Dialyse sind depressiver
*
Frauen haben oft kürzere Dialysedauer
*
Sie haben öfter einen ZVK (Infektionsgefahr!)
*
Frauen haben weniger oft einen „Shunt“

 

Ass.-Prof. Dr. Sabine Zitta  (Nephrologie Univ. Klinik Graz)
Lebendnierenspende

Vorteile der Nierenlebendspende:
Bessere Lebensqualität

Risiken der Nierenlebendspende:
Operation
Langzeitrisiken: Bluthochdruck

Lebendspende international
Die Anzahl der Lebendspenden bleibt seit ca. 10 Jahren ziemlich konstant. Es sind in Zukunft mehr Lebendspenden nötig um den hohen Bedarf zu decken.

Ablauf und Planung der Lebendspende:
Beim Erstgespräch mit dem Spender / Empfängerpaar in der Nephrologischen Ambulanz mit einem Tx-verantwortlichen Nephrologen wird über die Nierentransplantation und die Nierenlebendspende informiert.

Ersterhebung folgender Fakten::
* Beziehung zwischen Spender und Empfänger
* Renale Grundkrankheit des Empfängers
* Besteht beim Empfänger ein Risiko für recurrence of disease?
* Alter und Geschlecht des Spenders
* Blutgruppe
* Feststellung der Dringlichkeit im Falle einer präemptiven Transplantation.

2012 Projekt „Lebendspenderegister“
…vor allem im Bereich der Niere wird eine weitere Steigerung des Lebendspende-programms notwendig sein, und wir müssen weiter darauf drängen, ein Lebendspende-register in Österreich verpflichtend zu machen. Hier geht es darum, unseren altruistischen Spenderinnen und Spendern aktuelle Daten liefern zu können, was sie für sich selbst von einer Lebendspende zu erwarten haben.
Prof.Dr. Rosenkranz, Transplant-Jahresbericht 2012, GÖG

 

Dr. Assoc.-Prof. PhD. Msc Martin Kumnig  (Univ. Klinik Innsbruck)
Was die Niere denkt, fühlt. Psychosoziale Aspekte in der Transplantationsmedizin

Psychosoziale Belastungsfaktoren bei Nierenversagen

  • Prädialytische Phase
    Shuntanlage
    – Einstellung auf einen neuen Lebensrhythmus
    – Einhalten diätologischer Vorgaben
    – Auseinandersetzung mit einer potentiellen Nierentransplantation
  • Auf der Warteliste psychosoziale Belastungen
    Sollte eine Nierenlebendspende nicht möglich sein kann dies zu psychosozialen Belastungen für die PatientInnen als auch für die Familienangehörigen führen. Untersuchungen haben gezeigt, dass mit zunehmender Wartedauer auch die erlebten Belastungen der Familienangehörigen steigen (z.B. zwischenmenschliche Spannungen, Ohnmachtsgefühle, Einschränkungen der Lebensqualität und autonomen Lebensführung)
     

    Eine frühzeitige unterstützende klinisch-psychologische Beratung/Behandlung wäre wichtig!  

Was motiviert jemanden zur Lebendspende?

Die Motivation für eine Nierenlebendspende ist vielgestaltig und individuell unterschiedlich. In den meisten Fällen motiviert die zwischenmenschliche Beziehung (Eltern-Kind, Geschwister, Ehepartner)

Weitere potentielle Motive für eine Nierenlebendspende:

* Schuldgefühle gegenüber dem Empfänger
* Beitrag zur Lösung innerfamiliärer Konflikte
* Verbesserung der gemeinsamen Lebensqualität und familiärer Beziehungen
* Religiöse Einstellungen und Überlegungen

Problematisch kann eine Nierenlebendspende verlaufen, wenn bestimmte Erwartungen, Hoffnungen und Wünsche mit der Organspende verknüpft sind.

* Erwartungshaltung gegenüber dem Empfänger (z.B. Dankbarkeit)
* Hoffnung auf Wiederaufnahme/Intensivierung einer Beziehung
* Konstellationen von zwischenmenschlicher Abhängigkeit     

Die Ergebnisse aus Langzeituntersuchungen zeigen folgende psychosozialen Reaktionen der NierenlebendspenderInnen:

* gesteigertes Selbstwertgefühl
* das Gefühl ein „besserer Mensch“ zu sein
* subjektive Zufriedenheit mit der Entscheidung für die Organspende
* geringe Depressions- und Angstsymptomatik
* unveränderte Lebensqualität unmittelbar nach der Lebendspende

 Überwiegend mehr Frauen entscheiden sich für eine Organspende!

 

weitere Berichte folgen in Kürze …..

 

 

 

 

 

 

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