Erfolgsgeschichte (nicht Krankengeschichte), April 2016

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Über 25 Jahre Leben mit einer transplantierten Niere.

Der interessante Nieren-Informationstag am 13. Märze 2016 im Casineum Velden waren der Anstoß diese Zeilen zu schreiben, nachdem ich einige Themen selbst erlebt habe.
Der Hauptgrund des Artikel soll sein, Betroffenen Mut zu machen bei diversen Diagnosen nicht die Hoffnung zu verlieren sondern daran zu glauben, dass nicht immer das Schlimmste eintreten muss und es auch einen guten Behandlungserfolg geben kann.

Zum besseren Verständnis eine kurze Verlaufsgeschichte:
Geboren 1948
November 1965:      Entfernung der rechten Niere nach einem Unfall
November 1987:      Diagnose Schrumpfniere aus unbekanntem Grund vermutlich Glomerulonephritis.
Bis März 1988:         strenge Eiweißdiät und Vorbereitung zur Hämodialyse
Ab März 1988:         bis Oktober 1989 Hämodialyse
Juli 1988:                  Aufnahme ins Transplantationsprogramm
Nach kontinuierlichem Anstieg des PSA-Wertes – Diagnose: Prostatakarzinom.
Ab April 2006:          Prostatektomie
Nach neuerlichem Anstieg des PSA-Wertes von November 2007 bis Jänner 2008 insgesamt 40 erfolgreiche Bestrahlungen. PSA-Wert bis heute 0,0!
Frühjahr 2011:          Diagnose Großzelliges B-Zell Lymphom
Chemotherapie mit sofortigem guten Ansprechen und problemlosen Verlauf bis Oktober 2011.
Frühjahr 2012:          das PET CT (Tumor-Diagnostik) zeigt eine Totalremission welche auch bei allen folgenden Verlaufskontrollen bestätigt wird.

Die regelmäßigen Kontrollen der Nierenwerte zeigen heute eine einwandfreie Nierenfunktion mit einem Kreatinin von ca. 1,1.

 

Zum Abschluss noch einige Bemerkungen:
Während der Hämodialyse, die ich gut vertragen habe, verschlechterte sich mein Blutbild und ich bekam Bluttransfusionen sowie das damals neue Erythropoetin verabreicht. Nach dem Umstieg auf CAPD stabilisierten sich meine Blutwerte. Als weiteren Vorteil empfand ich den Wegfall der 3 x wöchentlichen Fahrt von über 100 km von Sachsenburg nach Villach, da damals in Spittal noch keine Dialyse möglich war. Auch die nicht so strengen Ernährungsvorschriften vor allem bezüglich Flüssigkeitszufuhr empfand ich als angenehm.

Hilfreich für mich war bei all dem Geschilderten ein verständnisvolles familiäres Umfeld ein ebensolcher Freundeskreis und Dienstgeber. So war es mir möglich bis zu meiner Pensionierung 2008, mit Freude, erwerbstätig zu sein. Daneben auch bis heute die Jagd auszuüben, wobei ich in all den Jahren immer wieder Kraft schöpfen konnte. Durch meine Mitgliedschaft bei der SHG der Dialysepatienten u. Nierentransplantierten bekam ich immer wieder hilfreiche Informationen bei verschiedenen Vorträgen, durch Beiträge in der „Waschrumpl“, sowie beim Erfahrungsaustausch mit anderen Patienten. Bei diversen Veranstaltungen, welche der Unterhaltung dienen (Weihnachtsfeiern, Ausflügen, Wandertagen, Grill- u. Jubiläumsfesten), entstanden nette Bekanntschaften und ich freue mich immer wieder auf das nächste Zusammentreffen.

So bin ich dankbar, dass es mir mit Gottes Hilfe gelungen ist nicht die div. Diagnosen zum Lebensmittelpunkt zu machen, sondern nicht zu vergessen, dass es auch freudvolleres auf dieser Welt gibt.

Roland Mihaljevic

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