Lebens-Kaleidoskop

Gott kommt nicht wenn wir es möchten,  aber er kommt rechtzeitig.
Tennesee Williams

 

Diagnose
Beginnende Niereninsuffizienz lautete die Diag­nose, die mich im Jahr 2003 ereilte. „Morgen ist der erste Tag vom Rest deines Lebens“, dachte ich bei mir. Was tun?
In einem Fitnessstudio widmete ich mich fortan einem Ausdauertraining. Ob diese Maßnahme das Voranschreiten meiner chronischen Krank­heit tatsächlich hinauszögerte, weiß ich nicht.

Wie das Leben so spielt …
Bereits vor und während meiner Krankheitspha­se waren wir in die Betreuung und Pflege von drei Familienangehörigen eingebunden. Insgesamt über einen Zeitraum von 17 Jahren. Gedanken über eine Wochenendgestaltung erübrigten sich zumeist.

Generationenglück
Parallel einhergehend erblickten ab 2009, in vier Jahren, fünf gesunde Enkelkinder das Licht der Welt. Ein wichtiges Anliegen war es mir, während des Wochenbettes unserer Töchter mit Hilfe meines Mannes die älteren Geschwister zu versorgen und zu behüten. Aussage des ältesten Enkels Paul (7) im November 2016: „Opi, ich hab dich so lieb wie Weihnachten!“

Reisefreude
Trotz der herausfordernden Begleitumstände konnten mein Mann und ich, der Familien-tradition folgend, von 1993 bis 2013 jährlich eine Kultur­reise unternehmen (Österreich, Großbritannien, Schottland, Irland, Türkei, Norwegen-Schwe­den-Finnland, Frankreich, Portugal, Ägypten, In­dien, Holland u.a.). Auf diese Weise können wir auf wunderbare innere Bilder und gemeinsame Erlebnisse zurückblicken.

Dialyse und Transplantation
Trotz regelmäßigen Ausdauertrainings musste am 1. Februar 2014 mit der Hämodialyse begon­nen werden. Körperlich vertrug ich diese nicht gut, weshalb eine Nierentrans-plantation in ab­sehbarer Zeit unausweichlich zu sein schien. Da mein Mann die gleiche Blutgruppe hat wie ich, entschloss er sich zu einer Lebendspende…

Am 28.Juli 2015 war es soweit, die Transplanta­tion wurde von einem großartigen Ärzte-Team im LKH Graz durchgeführt. Vom ersten Moment an ging es mir nach der Operation gut! Ein herzli­ches DANKESCHÖN an alle Beteiligten!

Täglich bin ich von tiefer Dankbarkeit erfüllt, dass mir durch die Niere meines Mannes ein neues Leben geschenkt wurde, mit einer Lebensquali­tät, an die ich nicht mehr glauben konnte.

Gesundheitsrezept
Da mir der Erhalt meines körperlichen Wohlbe­findens sehr am Herzen liegt, widme ich mich nunmehr dem Nordic Walking. So regelmäßig wie möglich führt mich meine Runde in Kärnten zum Wörthersee und in Graz am Kalvarienberg vorbei – häufiger Begleiter ist mein Mann.

Heidi und Henry Puntschart

 

 

 

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