Interview mit Primaria Dr. Sabine Horn zu den Auswirkungen von COVID-19

Hat die Pandemie und die damit verbundenen Maßnahmen konkrete Auswirkungen auf den Ambulanz- und Dialysebetrieb der Nephrologie?

Nicht dringende Kontrollen werden verschoben. Transplantierte, die eine Kontrolle benötigen werden einzeln bestellt und betreut. Dialysepatienten werden in ganz Kärnten einzeln transportiert. Wir haben zB in Villach einen eigenen Eingang für Dialysepatienten. Alle Dialysestationen checken die Temperatur der Patienten beim Eintreffen und führen die Patienten sofort an ihren Dialyseplatz. Pflegepersonal und ÄrzteInnen tragen Mundmasken.

Finden die Routinekontrollen trotzdem regulär statt?

Alle medizinisch nicht aufschiebbaren Kontrollen finden normal statt. Eine Kontrolle der Nierenwerte, die etwa normalerweise einmal im Jahr durchgeführt wird ist als nicht dringend einzustufen und wird vorerst verschoben.

Kommt es bei den Dialyse zur Reduktion der Anzahl pro Woche oder zur Dialysedauer?

In wenigen Einzelfällen werden bei sehr betagten Patienten mit guter Nierenrestfunktion die Dialysefrequenzen vorübergehend reduziert. Weniger Kontakte ist für diese vulnerable Patientengruppe von Vorteil.

Kann ein Corona-Erkrankter trotzdem Dialysiert werden?

Ja, die meisten Dialysezentren in Kärnten dialysieren Covid-19 positive Patienten selbst , für Zentren, die das räumlich nicht organisieren können gibt es Kooperationen wie mit Klagenfurt.

Gibt es eine besondere Empfehlung für Nierenerkrankte in dieser Situation?

Nierenkranke sollten ihre sozialen Kontakte minimieren. Es wäre gut, wenn sie nicht selbst einkaufen, zur Post, zur Apotheke usw.  gehen würden. Strikte Hygiene sollte selbstverständlich sein.

Das Interview mit Primaria Dr. Sabine Horn vom LKH Villach führte Mario Wilplinger. 

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